20. Aug 2016 06:08
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DOS Spiele mit DOSBox spielen

DOSBox unter Linux
DOSBox unter Linux
Mit DOS Spielen verbinde ich viele Erinnerungen meiner Kindheit. Unter Windows gab es fürher noch bis Windows 98 eine vollständige DOS-Version. Später wurde diese durch die Eingabeaufforderung ersetzt, welche eher ein moderner Terminal ist. Seit Windows XP bekommt man die guten alten DOS-Spiele eigentlich nicht mehr so ohne Weiteres unter Windows zum laufen. Dafür gibt es zum Glück das Programm DOSBox, welches sowohl unter Windows als auch Linux und Mac läuft. Damit kann man jegliche alte DOS-Software ausführen. Wie das geht und was man beachten muss, erkläre ich in diesem Artikel.

Installation unter Windows, Linux und Mac

Man findet DOSBox für alle erdenklichen Systeme auf der offiziellen Downloadseite auf dosbox.org. Linux-Nutzer finden DOSBox selbstverständlich in ihrem Paketrepository bereits vor und können es von dort installieren. Nach der Installation ist DOSBox bereits lauffähig. Man hat also eine voll funktionierende DOS-Version, aber eben auch nicht mehr. Man kann mit DOSBox natürlich nicht nur Spiele sondern absolut alle alten DOS-Programme ausführen. Microsoft verschenkt sogar das alte Word für DOS und bietet es zum kostenlosen Download an: Word für DOS herunterladen.

Word unter DOS mit DOSBox

Man kann entweder nochmal in Erinnerungen schwelgen oder einen Eindruck bekommen, wie katastrophal umständlich es damals war. Alles wurde mit Farben geregelt, selbst größere Schriftarten. Denn in der Anzeige gab es nur eine Schriftart. Das Dokument auf dem Screenshot oben sieht in LibreOffice bzw. dann gedruckt nämlich eigentlich wie folgt aus.

DOS Word Dokument in LibreOffice

Man musste sich früher also merken, was die ganzen unterschiedlichen Farben bedeuten. Da hat man beim Druck durchaus ein paar Überraschungen gehabt. Probiert es gerne einmal selber aus. Frustration ist aber vorprogrammiert.

Konfiguration von DOSBox

Nach der Installation und meinem kurzen Abschweifen in die Geschichte von Microsoft Word, widmen wir uns der Konfiguration. Wer DOSBox startet, bekommt erst einmal nur ein Lauftwerk "Z:" und hat auf seine Laufwerke keinen Zugriff. Das ist auch gut so. Unter Windows im DOSBox-Programmverzeichnis und unter Linux im Home im Ordner ".dosbox" findet man die DOSBox Konfigurationsdatei. Die Konfiguration ist eigentlich schon so in Ordnung. Es gibt aber ein paar Abschnitte, die wir bearbeiten wollen. Ich habe diese nachfolgend aufgeführt.

Da sind natürlich viel mehr Konfigurationspunkte, aber ich habe alle anderen mal der Übersichtlichkeit halber entfernt. Mit "fullscreen" auf "true" wird DOSBox immer im Vollbild gestartet, andernfalls mit "false" eben nicht. Vollbild kann man auch mit ALT+ENTER umschalten. Der Wert "sensivity" beschreibt die Maussensibilität. Die ist standardmäßig bei "100" was auch mit normalen Lasermäusen absolut ok ist. Ich habe aber bei Touchpads das als zu schnell empfunden und es für mein Notebook auf "20" gestellt. Der Wert "gr" bei "keyboardlayout" gilt für deutsche Tastaturen. So bekommt man sein "z" und sein "y" zurück.

Das DOS C: Laufwerk einbinden

Ich empfehle keinesfalls sein primäres Laufwerk unter Windows bzw. das Root unter Linux oder gar das ganze Home-Verzeichnise einzubinden. Das ist  ein zu großes Sicherheitsrisiko. Ich habe mir in meinem Home-Verzeichnis einen "dos_c" Ordner erstellt, in welchem ich all meine DOS-Dateien und Programme aufbewahre. Sollte ich mir also mal einen guten alten DOS-Virus einfangen, dann kann er nicht viel ausrichten.

Der mount-Befehl bindet das Laufwerk "c" ein und verwendet den angegebenen Pfad. Durch Angabe in der Konfiguration im Bereich "autoexec" (ganz unten in der Datei), wird das Laufwerk immer zum Start von DOSBox sofort eingebunden. Man kann da auch noch viele andere Befehle einbinden. CD-Laufwerke usw. lassen sich natürlich genauso einbinden.

DOS-Spiele herunterladen und installieren

Selbst wenn man noch alte Disketten irgendwo herum liegen hat, wird man wohl kein anständiges Laufwerk mehr finden. Selbst wenn ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Disketten hinüber sind sehr hoch. Es gibt zahlreiche Websites, die alte Spiele zum Download anbieten (Stichwort "Abandonware"). Wie man das installiert, erkläre ich kurz am Beispiel des Spiels "Pushover", welches ich noch als Datensicherung auf einer Festplatte hatte.

DOSBox Programm starten

Zuerst kopiert man den Ordner des Programms in sein DOS-Verzeichnis und startet dann DOSBox. Durch Eingabe von "c:" gelangt man auf sein C-Laufwerk. Der Ordner des Spiels heißt dort bei mir "pushover", also wechseln wir mit dem Befehl "cd pushover" in das Verzeichnis. Wir benötigen jetzt nur noch den Namen der ausführbaren Datei (engl. Executable) mit der Dateiendung EXE. Diese finden wir durch eingabe des Befehles "dir *.exe", welcher alle EXE-Dateien auflistet. Bei Pushover heißt die Datei "PUSH.EXE". Das geben wir so in Dosbox ein und schon geht es los.

Pushover DOS-Spiel

Wie man sehen kann, funktioniert es einwandfrei. Es gibt bei DOSBox auch noch Konfigurationsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit Joysticks zu konfigurieren. Sollte man mal anspruchsvollere Spiele haben, muss man sich etwas mit der Konfiguration befassen, aber 95% der alten Spiele sollten einfach so funktionieren.

DOS-Befehle wieder auffrischen

Wer DOS lange nicht mehr benutzt hat (haha!) oder die Befehle nicht kannte, kann sich bei der Uni Frankfurt eine Liste der DOS-Befehle anschauen. Anonsten wünsche ich viel Spaß beim Spielen alter Schinken!

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