01. Jul 2012 08:07
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Festplatte kopieren

Festplatte kopieren Vorbereitung
Festplatte kopieren Vorbereitung
Aufgrund dessen, dass ich mir mal wieder ein Windows-System zugelegt habe um die neue Adobe Creative Suit CS6 benutzen zu können, hatte ich das Problem dass meine 160GB Festplatte in meinem Lenovo ThinkPad z61t Notebook einfach zu klein war. Ich entschied mich dann dafür eine noch vorhandene 500GB Festplatte einzubauen und die Daten auf die neue Festplatte zu kopieren. Das Tauschen einer Festplatte ist jetzt bei meinem Notebook nicht so kompliziert gewesen. Ich mache das auch schon ein bisschen länger. Anfängern empfehle ich jedoch immer einen Blick ins Hardware Service Manual. Für sein eigenes Notebook findet man solche Manuals durch googlen von Begriffen wie "Acer Aspire Service Manual", wenn man z.B. ein Acer Aspire hat. Ich selbst habe die 500GB Festplatte aus einem externen Gehäuse ausgebaut, da ich dieses noch rumliegen hatte. Manchmal sind die Festplatten als Externe günstiger als wenn man diese einzeln kauft.

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Software für das Kopieren von Festplatten

Dass sich eine Festplatte nicht einfach durch Streicheleinheiten selbst kopiert, dürfte klar sein. Will man eine Festplatte kopieren braucht man dafür eine entsprechende Software. Software für Festplattenkopien reichen von kostenfrei bis mehrere hundert Euro. Wer jedoch sowieso noch eine Windows-Software für Backup und Datensicherung sucht, für den kann sich die Anschaffung vielleicht lohnen.

Ich selbst habe die Software "Acronis True Image" bisher noch nie benutzt, aber von Bekannten die Information erhalten, dass diese wohl sehr einfach zu bedienen ist. Das technische Verfahren für das Kopieren von Festplatten ist grundlegend einheitlich. Früher habe ich auch die Software Norton Ghost häufiger verwendet. Die aktuelle Version kenne ich nicht mehr so gut.

Festplatte kopieren heißt nicht gleich Geldbeutel zücken. Der Grund, warum ich bei kommerzieller Software zum Kopieren von Festplatten nicht mehr so bewandert bin, liegt einfach darin, dass die Software GPartEd für Linux mittlerweile alle notwendigen Systeme und Festplatten unterstützt und zudem kostenfrei ist. Ich werde mich auch primär mit dieser Software für Festplattenkopien hier beschäftigen.

Festplatte kopieren oder klonen?

Grundsätzlich gibt es zwei große Unterschiede: Man kann eine Festplatte kopieren und man kann eine Festplatte klonen. Bei Letzterem, dem Klonen, muss im Vergleich zum Festplatte kopieren die Ausgangs- und Zielfestplatte nahezu identisch sein.

Weichen die Größen nur marginal mit wenigen Bytes ab, wird man am Ende eine kaputte Partitionstabelle haben und darf von Vorne anfangen. Ich empfehle deshalb immer die Vorgangsweise, wie nachfolgend mit GPartEd beschrieben. Das Video rechts zeigt den Vorgang und auch, wie man eine Festplattenkopie bei einem Notebook mittels USB Adapter durchführt. Solche USB Adapter mit SATA Controller befinden sich in jedem externen Festplattengehäuse.

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Wer lieber einen Controller kaufen möchte, weil er z.B. kein externes Gehäuse hat oder nicht auseinander bauen möchte, der findet bei Amazon entsprechende USB SATA und IDE Controller für wenig Geld. Das ist gerade dann von Vorteil, wenn man solche bzw. größere Festplattenkopieraktionen häufiger ausführt. Beim Thema komplette Festplatte kopieren haben sich die einfachen bzw. billigen USB Controller von ALDI & Co. als sehr schwach erwiesen. In meinem Test stürzte ein Controller immer exakt nach dem Kopieren von 50GB am Stück ab.

Zusätzlich empfehle ich immer aktive Stromquellen. Das bedeutet auch, dass man während der gesamten Kopieraktion das Notebook am Netzstecker haben sollte. Die Alternative zum Kopieren der Festplatte mit Hilfe von USB Controllern ist natürlich das Kopieren an einem Desktop PC, wobei man die 2.5" Festplatten einfach dort anschließt und dann kopiert.

Festplatte kopieren mit GPartEd

Festplatte kopieren mit GPartEd
Festplatte kopieren mit GPartEd
Die allererste Regel für das Festplatte kopieren bedeutet, dass man die Festplatte nicht verwenden kann, während man kopiert. Möchte man also mit dem Betriebssystem auf der Festplatte diese kopieren, so geht das natürlich nicht. Von GPartEd gibt es deshalb eine sog. Live CD, von welcher man den Computer starten kann: GPartEd Live CD Stable Release.

Diese ISO Datei brennt man dann auf CD (ISO Abbild auf CD brennen) und bootet dann von dieser CD (häufig nach dem Startvorgang des Computers durch Drücken der Taste F11). Sobald die CD fertig geladen hat, erscheint die grafische Oberfläche (siehe Bild rechts) von GPartEd. Eventuell muss man zwischendurch noch die Sprache auswählen. Jetzt kann man jedoch mit dem Kopieren der Festplatte beginnen. Grundsätzlich muss man beachten, dass Windows immer eine primäre Partition benötigt und nur darauf laufe kann. Windows 7 unterstützt zwei primäre Partitionen, sodass man Linux und Windows schmerzfrei parallel betreiben kann.

Unterschiede zwischen Linux und Windows bei Festplattekopien

Bei mir ist es so, dass auf der 1. Linux ist und auf der 2. Windows. In GPartEd kopiert man die Partitionen einfach, indem man die ursprüngliche Festplatte (z.B. "/dev/sda") auswählt, die Partition mit Rechtsklick anklickt und dann "Kopieren" auswählt. Anschließend kann man dann mit "Einfügen" auf der Zielfestplatte die Partition kopieren. Bestätigt man den Vorgang abschließend mit "Apply", fängt GPartEd an, die Partitionen zu kopieren.

Festplatte kopieren GNOME Commander
Festplatte kopieren GNOME Commander
Man kann zwar aufgrund der Partitionsaufteilung erkennen, welche Festplatte eventuell welche ist. Wenn man auf die falsche Festplatte kopiert oder einfügt, dann zerstört man schlimmstenfalls seine bestehenden Daten! Mit dem Befehl "hdparm -i /dev/sda" kann man Namen und Id der Festplatte sehen. In meinem konkreten Fall ist die Zielfestplatte ja 500GB groß und die Quellfestplatte nur 160GB. So weiß ich ja vor dem Kopieren, dass ich von der kleineren Festplatte auf die Größere kopieren möchte.

Die Bezeichnung der Festplatten bzw. Laufwerke nach dem Alphabet mit A, B, C, D etc. ist Microsoft-spezifisch und stammt noch aus dem DOS-Zeitalter. In der Linux/Unix-Welt hat es solche Bezeichnungen nie gegeben. Das ist für Windows-Anwender immer sehr gewönungsbedürftig. Unter Linux kann eine Festplatte oder Partition an einen beliebigen Ort eingehangen werden. Wenn man sehr ähnliche Festplatte - evtl. auch mit ähnlichen Datenbeständen - hat, dann empfiehlt es sich auch die Festplatten beide einzuhängen und mit Tools wie z.B. dem GNOME Commander einmal zu schauen, welche Daten auf welcher Festplatte vorhanden sind.

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Kopierte Festplatten und OpenSUSE Linux

OpenSUSE 12.1 verwendet standardmäßig einen Gerätelink über die eindeutige Identifikation der Festplatte. Dies bedeutet, dass beim Booten nicht auf "/dev/sda" referenziert wird sondern auf "/dev/disk/by-id/[...]". Dies hat natürlich zur Folge, dass die kopierte Festplatte nicht erkannt wird, auch wenn sie als "sda" eingehangen ist. Man bootet in diesem Falle idealerweise von der Live-CD das Rettungssystem, in welchem man dann die Festplatte mountet und dort im Verzeichnis den Inhalt der Dateien "boot/grub/menu.lst" sowie in "/etc/fstab" von "/dev/disk/by-id" auf die Nummerierung (z.B. "/dev/sda" oder "/dev/sdb") ändert.

Ändert man große Teile des Partitionierungsmodells im Vergleich zum vorherigen Modell, so kann es sein, dass der GRUB Bootloader das System nicht mehr richtig starten kann, da er die Systempartitionen nicht mehr findet. In diesem Falle schnappt man sich einfach die SUSE Live CD und folgt dieser Anleitung: Repair MBR after Windows Installation. Dadurch wird der GRUB Bootloader dann neu installiert.

Fehlender Windows-Bootmanager nach Festplattenkopie

Die Fehlermeldung "Bootmgr missing" oder "Bootmgr fehlt" habe ich nach Festplattenkopien von Windows immer nur dann erhalten, wenn ich Windows nicht auf eine primäre Partition kopiert habe. Da ich jedoch zum Booten ausschließlich GRUB verwende, kann es sein, dass der Fehler noch in öfteren Konstellationen vorkommt. Die Windows Installations- bzw. Boot-DVD hat hier einige Reparaturwerkzeuge, mit welchen man den Fehler nach der Festplattenkopie auch wieder beheben kann.

Fazit zum Kopieren von Festplatten

Wer seine Festplatte kopieren möchte kann dies hochprofessionell und kostenfrei tun. Wem das ganze Thema zu aufwendig und kompliziert ist, der kann das Problem auch schlicht und ergreifend mit Geld erschlagen, indem er sich Norton Ghost or Acronis True Image zulegt. In der Qualität des Kopierergebnisses unterscheiden sich weder die kommerzielle noch die kostenfreie Lösung. Ich persönlich würde, wenn Linux im Spiel ist, immer die Methode mit GPartEd verwenden.

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Kommentare zum Thema „Festplatte kopieren“

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