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« Linux Surfstick »

(03.05.2013 23:00)

o2 Surfstick für Linux USBWer unterwegs surfen will hat unterschiedliche Möglichkeiten. In meinem Artikel weltweit mobiles Internet berichtete ich bereits über die gängigen Methoden und insbesondere über die Satellitentechnik. Zusätzlich habe ich auch schon einmal über das Verwendung einer PCMCIA Datenkarte mit Vodafone-Websessions unter Linux berichtet. Die wohl häufigste Variante des mobilen Internetzugang mit einem Computer möchte ich heute vorstellen: den sog. Surfstick. Natürlich möchte ich mir anschauen, wie man diesen unter Linux benutzt und zwar nicht nur für das Surfen sondern auch für SMS.

Unterschiedliche Surfsticks für Linux

Die Vielzahl an Surfsticks auf dem Markt sollte nicht täuschen, denn die meisten stammen alle aus dem gleichen Hause: Huawei oder ZTE. Daneben gibt es zwar auch noch ein paar andere Hersteller, aber der Großteil stammt wohl von diesen Beiden. Ich habe mir einen solchen Surfstick zugelegt, da ich meinem Raspberry Pi die Möglichkeit geben möchte SMS sowie eventuell Faxnachrichten zu senden und zu empfangen. Internet ist natürlich auch eine Möglichkeit und ich werde das hier auch ausführen, wie das geht.

Installation und Konfiguration des Surfstick unter Linux

Ich habe mir einen Huawei 173 mit einer O2 SIM Karte gekauft, weil dieser zum Einen sehr gut unterstützt wird, zum Anderen bei O2 passabler Service auch für Prepaid vorhanden ist, O2 nicht groß bei Netzdiensten einschränkt und günstig ist. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, welchen Surfstick er sich für Linux zulegen möchte.

Zuerst habe ich den Surfstick in meinem OpenSUSE System getestet, wo er auch sofort und anstandslos funktionierte. Er war auch direkt auf den Modem-Modus geschaltet, sodass man im Prinzip sofort mit der Zugangskonfiguration weiter machen kann. Mit dem Raspberry Pi ging das nicht so einfach und schnell ohne Probleme über die Bühne. Er erkannte den Huawei E173 Surfstick vorerst nur als Speicher bzw. Speicherkartenleser, den der Stick ja auch mit an Bord hat. 

Huawei E173 Surfstick im Raspberry Pi

Damit man den Huawei E173 Surfstick unter Linux vom Festplattenmodus in den Modemmodus umschalten kann muss man noch ein kleines Zusatzprogramm installieren. Gleiches gilt wohl auch für einige Ubuntu-Versionen. Auf dem Raspberry Pi installiert man die Software usb-modeswitch schnell und einfach mit folgendem Befehl:

apt-get install usb-modeswitch usb-modeswitch-data

Es gibt einige Anleitungen, die kommen mit einem Einzeiler aus, was auf meinem Raspberry Pi jedoch nicht funktionierte. Ich musste hier eine Datei anlegen, damit ich usb-modeswitch dazu bewegen konnte bei jedem Reboot entsprechend den USB Surfstick umzuschalten. Dazu habe ich die Datei "/etc/usb_modeswitch.d/E173.conf" mit folgendem Inhalt angelegt.

DefaultVendor=0x12d1
DefaultProduct=0x1446
TargetVendor=0x12d1
TargetProduct= 0x1436
CheckSuccess=20
MessageContent="55534243123456780000000000000011062000000100000000000000000000"

Kurzer Reboot oder Test mit "usb-modeswitch -l /etc/usb_modeswitch.d/E173.conf" und dann findet man in den Geräten unter /dev schon die Geräte ttyUSB0, ttyUSB1 und ttyUSB2. Diese bilden nun eine klassische Modemschnittstelle und man kann den Internetzugang konfigurieren oder das Modem mit AT Befehlen verwenden.

Da ich ein Raspberry Pi Modell B der ersten Stunde mit nur 256MB RAM habe, muss man noch dazu sagen, dass der Stick nicht ohne zusätzliches aktiv Strom-versorgtes USB-Hub funktioniert. Er wird zwar erste Meldungen machen, aber immer wieder seinen Geist aufgeben. Ich konnte bei meinen Tests nicht mehrfach den SMS Posteingang abfragen. Er brach immer mal wieder wegen Energiemangel zusammen. Kurzum: ein aktives USB Hub für den Raspberry Pi ist ein muss, sonst knickt er zusammen. 

Internetzugang mit dem Surfstick unter Linux

Die Konfiguration erfolgt mit dem Surfstick analog zu allen anderen Mobilfunkmodems, wie z.B. dem PCMCIA Modem aus meinem Artikel Vodafone Websessions unter Linux. Dazu existiert dann im GNOME Network Manager auch eine Konfigurationsmöglichkeit für mobile Broadband. Meistens wird in der Taskleiste die Netzwerkverbindung im sog. Network Manager Applet angezeigt (z.B. WLAN). Mit Rechtsklick "Verbindungen bearbeiten", "Mobiles Breitband" und dann "Hinzufügen" kommt folgender Dialog.

USB SurfStick Linux Breitbandverbindung

Wichtig ist, dass in der Auswahlliste der Stick aufgeführt ist und ich wähle hier natürlich entsprechend den "HUAWEI Mobile" aus und klicke dann auf "Fortsetzen". Es kann auch sein, dass Linux etwas braucht bis der SurfStick erkannt ist. Deshalb sollte man nach dem Einstecken kurz etwas Geduld walten lassen.

Linux Surfstick Auswahl Land

Die Länderauswahl ist ja selbsterklärend. Wir wählen hier entsprechend das Land unseren Netzsbetreibers aus. Also in meinem Fall Deutschland für O2. Sunrise-Kunden wählen die Schweiz, T-Mobile Austria Kunden entsprechend Österreich.

Surfstick Linux Network Manager Netzbetreiber

In diesem Schritt wählen wir dann den Netzbetreiber unserer SIM-Karte aus. Das folgt entsprechend der obigen Auswahl, mit welcher wir schon das Land ausgewählt haben. Das ist auch für einfache Menschen, da der geneigte Linux Surfstick Nutzer nicht unbedingt weiß, was ein APN ist und wie der seines Anbieters lautet.

Surfstick APN Abrechnungsmodus

Der letzte Dialog ist jetzt eigentlich die entscheidene Einstellung. Hier muss der Zugangspunkt bzw. APN festgelegt werden. Das ist deshalb entscheidend, da die Netzbetreiber hiermit die Abrechnung durchführen. Eine falsche Einstellung kann hier dazu führen, dass z.B. minutenweise und nicht Flat-abgerechnet wird. Für O2 nehmen wir hier pinternet.interkom.de.

Surfstick Linux Konfiguration Abschluss

Abschließend kann man sich sein Konfigurationskunswert nochmal anschauen, um zu überprüfen ob die Angabe alle korrekt sind und dann ist mit "Anwenden" die Konfiguration des Surfstick unter Linux auch schon abgeschlossen. Viel mehr gibt es da jetzt nicht zu machen. Wir können jetzt in der Taskleiste wieder mit Rechtsklick das Network Manager Applet Icon klicken und dann auf "Breitbandnetzwerk aktivieren". Anschließend können wir unsere Konfiguration auswählen und dann wird die Verbindung auch schon aufgebaut.

O2 Surfstick Linux verbundenO2 Surfstick Linux Startseite

Damit ist das Thema "Internetzugang" nun auch erfolgreich erledigt. Bei O2 kann man dann jetzt über diesen Online Surfmanager Internetpakete buchen oder sein Guthaben aufladen. Das ist natürlich je nach Anbieter unterschiedlich. Bei Vodafone WebSessions hat man entsprechend andere Konfigurationsmöglichkeiten. Telekom oder E-Plus habe ich bisher nicht ausprobiert.

Unter Linux mit dem Surfstick SMS Lesen und Versenden

Mit der Software gammu und wammu kann man unter Linux von allen möglichen kompatiblen Mobiltelefonen SMS Nachrichten lesen und versenden. Da der Surfstick im Prinzip ein Handymodem ist, funktionieren an der virtuell-seriellen Schnittstelle "ttyUSB" auch die Befehle die ein normales Nokia-Telefon oder Analog-Modem annehmen würde. Wie die Konfiguration des Surfstick für SMS Schritt für Schritt aussieht ist mit den folgenden Screenshots belegt.

Wammu Schritt 1Wammu Schritt 2Wammu Schritt 3Wammu Schritt 4Wammu Schritt 5Wammu Schritt 6

Damit ist dann auch die SMS Funktionalität abgedeckt. Es gibt ja durchaus Leute, die gerne SMS am PC schreiben und man kann damit auch die anderen Surfstick-Funktionen nutzen. Ich selbst schreibe jetzt nicht wirklich SMS am PC, aber wer den SurfStick z.B. im Homeserver verwenden möchte, für den ist die Konsolenanwendung gammu durchaus für ein bisschen Scripting geeignet.  

Anwendungsgebiete für den Surfstick unter Linux

SMS versenden und mobil surfen sind schon die am häufigsten verwendeten Anwendungen von Surfsticks. Fax habe ich ausprobiert, aber auf das "AT+FTM" für Fax Transmission hat mir der Surfstick nur ein ERROR gegeben. Telefonieren habe ich ausprobiert, aber mit dem "ATD" Befehl immer nur eine "NO CARRIER" Fehlermeldung bekommen, gleichwohl "AT+COPS?" anzeigte, dass das O2 Netz 26207 verbunden ist. Es gibt für Surfsticks unter Linux wohl noch Hacks, aber die habe ich jetzt noch nicht ausprobiert. Vielleicht berichte ich darüber nochmal demnächst.

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