02. Jul 2013 02:07
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Raspberry Pi mit Arch Linux

Raspberry Pi
Raspberry Pi

Mein Raspberry Pi Server lief bisher auf Raspbian, welches sich jedoch kürzlich seine SD Karte unbrauchbar gemacht hat. Im Netz schwirren zudem einige Kommentare, dass Raspbian gerne mal die SD Karte bzw. das darauf liegende Dateisystem schreddert. Aus diesem Grunde habe ich mich bei der Neuinstallation meines Raspberry Pi diesmal für Arch Linux entschieden und möchte über die wirklich guten Ergebnisse damit einmal berichten, erläutern wie man Arch Linux auf dem Raspberry Pi installiert und was die Unterschiede zu Raspbian sind.

Installation von Arch Linux auf dem Raspberry Pi

Die Installation von Arch Linux auf dem Raspberry Pi gestaltet sich ähnlich wie die Installation von Raspbian. Man lädt zuerst das Arch Linux Image für den Raspberry Pi herunter und kopiert das Image dann auf die SD-Karte, die man im Raspberry Pi verwenden möchte. Mit meinem OpenSUSE Notebook mache ich das mit folgendem Befehl.

Danach kann man die Karte in den Raspberry Pi stecken und diesen dann an den Strom, wodurch er sofort hochfahren wird. Man sollte sicherstellen, dass das eigene Netzwerk dem Raspberry Pi dann auch eine entsprechende IP-Adresse gibt. Über diese kann man sich dann mit SSH anmelden. Das Standard-Rootpasswort ist am Anfang "root" und man kann es mit dem Befehl "passwd" schnell und einfach ändern, was man auch als erste Amtshandlung sofort tun sollte.

Upgrade, Konfiguration und Installation unter Arch Linux

Nach der Installation kann man in "/etc/hostname" noch den Systemnamen ändern und sollte dann auch den Paketmanager, der unter Arch Linux "pacman" heißt, initialisieren und zum Update des Systems starten. Die Initialisierung erfolgt mit folgendem Befehl.

Anschließend ist Pacman initialisiert und kann man dem nachfolgenden Befehl ein Systemupdate ausführen. Das Update lief bei mir anstandslos und verursachte keine irgendwie gearteten Probleme.

Danach ist das System auf aktuellem Stand und einsatzbereit. Ich habe mir zuerst einmal den vim Editor installiert, da auf Arch Linux für Raspberry Pi nur der sehr einfache vi Editor installiert ist. Das Installieren, Suchen und Entfernen von Software mit der Paketverwaltung Pacman ist wirklich kinderleicht und überzeugt durch absolute Einfachheit. Mit dem Befehl "pacman -S vim" kann man vim installieren und wenn man mal ein Paket sucht, dann kann man mit "pacman -Ss paketname" auch suchen und bekommt die Ergebnisse direkt ausgegeben.

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Asterisk auf Arch Linux und dem Raspberry Pi

Wer meine vorherigen Artikel zu Asterisk auf Raspberry Pi gelesen hat, der weiß dass ich meinen Raspberry Pi als Telefonanlage bei mir zu Hause betreibe. Bisher habe ich die Version 1.8 von Asterisk verwendet, da diese im Raspbian Repository vorrätig war. Arch Linux erzeugt hier wieder einen netten Aha-Effekt, denn nicht nur hat es im Raspberry Pi Repository die aktuelle Asterisk 11 Version, sondern auch noch diverse Treiber und Tools, die bei Raspbian nicht vorhanden waren und selbst kompiliert werden mussten. Während der Laufzeit habe ich zudem festgestellt, dass Asterisk 11 mit Arch Linux auf dem Raspberry Pi erheblich weniger RAM benötigt als mit Raspbian. Bei der Migration meines bestehenden Asterisk-Systems und den Konfigurationsdateien musste ich jedoch ein paar Änderungen vornehmen, da nicht alle Bestandteile von Asterisk 1.8 mit Version 11 kompatibel waren.

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Vergleich von Raspbian zu Arch Linux

Raspbian ist für den einfachen Raspberry Pi Einsteiger gedacht, bietet jedoch alles an Software, was man sich sonst so wünscht. Es basiert auf Debian und führt auch die Debian-Mentalität fort, dass nicht immer die aktuellste aber dafür stabile Software im Repository steht. Arch Linux hat hier aktuellere Versionen im Repository. Das oben genannte Asterisk ist nur ein Beispiel dessen. Es geht auch damit weiter, dass Arch Linux keine initscripts mehr verwendet, sondern man die Dienste über das neue "systemctl" steuern muss. Raspbian hat zudem bereits von Haus aus eine grafische Oberfläche und bring einige Tools mit. Arch Linux hingegeben zielt eher auf erfahrene Nutzer ab und ist in der Grundkonfiguration nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, was jedoch SSH mit einschließt. Die Tatsache, dass Arch Linux mit etwas weniger Gewicht daher kommt, merkt man im Regelbetrieb spürbar daran, dass einfach von meinen 256 MB (Raspberry Pi Modell B, 1. Generation) noch 110 MB frei sind. Mit Raspbian hatte ich zudem über SSH immer mal ein paar kleinere Aussetzer, die sich in kurzfristigem Nicht-Reagieren der Konsole widerspiegelten. Zumindest das habe ich mit Arch Linux jetzt noch nicht erlebt und finde, dass Arch Linux alles in allem etwas schneller ist als Raspbian.

Fazit zum Raspberry Pi mit Arch Linux

Kurz und knapp: für erfahrene Nutzer, die schon länger mit Linux arbeiten, empfehle ich absolut den Einsatz von Arch Linux auf dem Raspberry Pi. Nutzer, die zum ersten Mal Berührung mit der Linux-Konsole haben und zudem ARM-Neulinge sind und höchstens mal Kontakt mit Ubuntu hatten, rate ich eher zu Raspbian. Man kann dort prima ausprobieren und testen. Für den Heimserver-Betrieb des Raspberry Pi würde ich auf jeden Fall Arch Linux empfehlen. Arch Linux hat mir persönlich so gut gefallen, dass ich eventuell überlege es auch auf zukünftigen Desktops einzusetzen. Es überzeugt wirklich sehr durch Einfachheit und Leichtigkeit. Gerade erfahrende Linux-Nutzer werden hiermit viel Spaß haben, kann man sich sein System doch noch mehr so zusammen bauen, wie man es möchte. Die Aktualität der Software im Repository ist ebenfalls bemerkenswert.

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