26. Sep 2015 09:09
Keine Kommentare

Screencasts unter Linux erstellen

Screencasts werden, vor allem auf YouTube, immer populären und mit folgenden Schritten erstellt man unter Linux ganz ohne teures Equipment und ohne Zusatzsoftware eigene Screencasts. Damit meine ich nicht nur die Aufnahme des eigenen Desktops sondern auch die gleichzeitige Aufzeichnung von der Webcam und vom Mikrofon, sodass man am Ende einen hochwertigen Screencast hat. Diesen kann man dann entweder bei YouTube hochladen oder auch wie in meinem Artikel "Screen Sharing" beschrieben, auch im Livestreaming übertragen.

Screencast unter Linux mit Webcam Overlay

Was man für einen Screencast unter Linux braucht

Ganz ohne jegliche Software geht es natürlich nicht. Die benötigte Software findet sich jedoch bereits in den gängigen Linux-Distributionen und ist in der Regel auch bereits vorinstalliert. Nachfolgende Pakete benötigen wir also.

  • MPlayer für die Erzeugung des Webcam-Overlay
  • FFmpeg oder Avconv für die Aufnahme von Bildschirm und Mikrofon

In diesem Artikel befasse ich mich mit FFmpeg. Es kann aber durchaus sein, dass Du FFmpeg in deiner Distribution (z.B. Ubuntu) nicht vorfindest. Dafür wirst Du aber womöglich Avconv besitzen, welches so gut wie identisch mit FFmpeg ist. Du kannst also das Skript, welches FFmpeg verwendet, auch verwenden. Du musst lediglich FFmpeg durch avconv ersetzen.

Skripte für Overlay und Aufnahme des Screencasts

Werfen wir also einen Blick auf die Skripte, die ich für die Aufnahme von Screencasts verwende. Es handelt sich hierbei um zwei Skripte. Das eine habe ich "webcamoverlay" getauft und das andere hört auf den Namen "screencast". Ersteres erzeugt das Webcambild auf dem Desktop und Zweiteres nimmt den gesamten Desktop inklusive des Overlays als Video auf.

Webcam Bild als Overlay auf dem Desktop erzeugen

Zuerst möchte ich kurz auf das Skript zur Erzeugung des Webcam Overlays, also des Webcam Bildes rechts unten auf dem Desktop, eingehen. Es handelt sich hierbei schlicht um ein MPlayer-Fenster ohne Rahmen, welches fest rechts unten positioniert ist. Das Skript dafür sieht wie folgt aus.

Das Skript startet MPlayer und gibt an, dass dieser den v4l2-Treiber verwendet soll um vom Gerät unter "/dev/video0" die Ausgabe abzufragen. Zudem habe ich die Ausgabegröße für den Treiber auf 155x144 Pixel festgelegt, sodass das Fenster nicht skaliert werden muss und man ein wenig CPU-Leistung spart. Die Parameter "nosound" und "noborder" geben an, dass weder ein Fensterrahmen und eine Audioausgabe erfolgen sollen. Der Geometry-Parameter definiert, wo das Fenster erscheinen soll. Hier muss man natürlich die Werte für die eigene Bildschirmauflösung anpassen bzw. je nach dem wo man das Fenster mit dem Webcam-Bild anzeigen möchte.

Desktop mit Overlay und Mikrofon-Eingabe aufnehmen

Führt man das obige Skript aus, dann sieht man sein eigenes Bild auf dem Desktop. Damit man nun den kompletten Desktop samt Mikrofoneingabe aufnehmen kann, muss man sich nur noch FFmpeg bedienen und dafür habe ich mir folgendes Skript geschrieben.

Die Videoeingabe wird mit x11grab durchgeführt, wodurch mein Desktop mit einer Größe von 1366x768 Pixeln erfasst wird. Audiodaten vom Mikrofon werden über Alsa mit dem Standardeingabe-Gerät erfasst. Die Daten werden anschließend in einem Container mit H264 Video und Mp3 Audio gespeichert. Der Parameter $1 in diesem Skript repräsentiert den ersten Parameter, der dem Skript übergeben wird und stellt den Pfad zur Datei dar, die gespeichert werden soll. 

29,40 €
Jetzt bestellen »
Logitech C270 Webcam (720p Videoqualität) schwarz
Versandfertig in 1 - 2 Werktagen

Screencast unter Linux aufnehmen

Der abschließende Rest erklärt sich von selbst. Zuerst führen wir das Skript für den Overlay aus und anschließend das Skript für die Aufnahme. Voila, schon können wir loslegen und anschließend das Ergebnis bestaunen. Die Mp4 Datei oder was auch immer man als Container verwenden möchte, kann man dann direkt zu YouTube und anderen Plattformen hochladen.

Fazit zu Screencasts unter Linux

Mit ein paar kleinen Handgriffen bzw. zwei kleinen Skripten lassen sich gute Screencasts direkt erstellen ohne dass man dafür teure, komplizierte oder aufwendige Zusatzsoftware benötigt. Der Webcam-Overlay lässt sich zudem vielseitig auch für andere Anwendungen einsetzen. Es zeigt sich einmal mehr die Stärke der Bordmittel von Linux Distributionen.

Bücher zum Thema „YouTube“

Die nachfolgenden Bücher behandeln das Thema "YouTube" und werden von Amazon empfohlen. Viele dieser Bücher habe ich selbst gelesen und teilweise auch zur Recherche für diesen Artikel genutzt.
19,90 €
Jetzt bestellen »
Play!: Das Handbuch für YouTuber. Alles für Deinen perfekten YouTube-Kanal: Channels planen, Videos drehen, Reichweite bekommen, Geld verdienen
Christine Henning, Rheinwerk Computing
9,99 €
Jetzt bestellen »
YouTube-Videos selber machen für Dummies Junior
Nick Willoughby, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
8,90 €
Jetzt bestellen »
YouTube - Richtig Nutzen von Anfang an!
Karl Heinz Friedrich, BILDNER Verlag
19,99 €
Jetzt bestellen »
Erfolgreich auf YouTube: Social-Media-Marketing mit Online-Videos (mitp Die kleinen Schwarzen)
Joachim Gerloff, mitp

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren

Besucher, die diesen Beitrag gelesen haben, haben sich auch die unten aufgeführten Beiträge angesehen. Schau' doch einfach mal in die Artikel rein.
1 Besucher haben auch das gelesen
1 Besucher haben auch das gelesen
1 Besucher haben auch das gelesen

Kommentare zum Thema „Screencasts unter Linux erstellen“

Wenn Du möchtest, kannst Du hier Kommentare zum Thema hinterlassen und Dich mit anderen Nutzern austauschen. Damit Du kommentieren kannst, musst Du Dich nur anmelden und schon kann es losgehen.
Jetzt zum Kommentieren anmelden