14. Sep 2011 07:09
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Viren auf Facebook

Facebook Virus wirbt mit iPhone Bildern
Facebook Virus wirbt mit iPhone Bildern
Sie hießen "Die 50 verrücktesten Blitzerfotos" oder "Die 24 peinlichsten iPhone Spiegelbilder" und sind sog. "Clickjacking"-Angriffe. Es ist vielleicht ein bisschen übertrieben, diese kleinen Unannehmlichkeiten als Viren auf Facebook zu bezeichnen. Nichts desto trotz können solche Clickjacking-Angriffe großen Schaden anrichten. Besonders peinlich wird es insbesondere, wenn Kollegen anstößige Inhalte sehen, die ein böser Facebook-Virus auf dem eigenen Profil freigeben hat. Auch wenn man den Beitrag schnell wieder löschen kann, gibt es immer Jemanden, der es dann doch mitbekommt. Das obige Bild ist gegen so manch andere nicht mehr jugendfreie Facebookviren noch relativ harmlos. Jedoch erreichte die Seite "Die 24 verrücktesten Blitzerfotos" innerhalb von nicht mehr als 2 Tagen eine halbe Millionen Nutzer - wie das Bild oben auch belegt.

Woran erkennt man Viren auf Facebook?

Mit diesen kleinen nervigen Facebook Clickjacking-Versuchen verhält es sich ähnlich wie mit klassischen Computerviren und auch diese sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Wenn man folgende Punkte beachtet und sich an die Regeln hält, dann kann man sich schon ein wenig schützen.

  • Besonders bei Belanglosen Dingen wie z.B. "Die 24 verrücktesten Blitzerfotos" oder "Lustige Pannen" und Dergleichen ist immer Vorsicht geboten. Dies gilt auch für besonders heikle Dinge wie z.B. intime Bilder von bekannten Persönlichkeiten

  • Alles, wo man "mal schnell draufklicken" könnte, muss mit Vorsicht genossen werden. Die Angreifen wählen gezielt Inhalte, auf die jeder mal eben schnell drauf klickt. So verbreiten sich diese Dinge besonders schnell

  • Wenn mehrere Freunde etwas kurz hintereinander teilen, dann kann das durchaus ein Anzeichen für einen Virus sein. Wer sich unsicher ist, sollte seine Freunde per Direktnachricht fragen, was es mit dem Inhalt auf sich hat

  • Die Titel von ominösen Facebook-Seiten kann man bei Verdacht auch einfach mal bei Google eingeben und meistens finden sich schon Minuten nach Veröffentlichung des Virus diverse Blogs und Seiten, die über den Virus informieren

  • Anti-Virus-Anbieter bieten auf Facebook ebenfalls mit Ihren Präsenzen aktuelle Informationen rund um die gängigen Viren, die sich dort verbreiten. Ein sehr guter Beispiel ist hierfür z.B. die Facebook Fanpage der Firma Sophos. Hier wird regelmäßig und rechtzeitig über aktuelle Viren informiert

Was kann ein Facebook Virus anrichten?

Facebook Fan-Seite von Sophos
Facebook Fan-Seite von Sophos
Facebook-Viren sind in erster Linie daran interessiert möglichst viele persönliche Informationen zu bekommen. Hierbei riskiert man nicht nur die eigenen Daten sondern auch die der Freunde. Das Ziel ist der sog. Identitätsdiebstahl, um sich entweder als das Opfer auszugeben oder mit den Daten weitere sensible Daten zu bekommen. Hier geht es z.B. um das E-Mail Postfach, Online Banking und weitere Dienste, mit denen sich Geld verdienen lässt. Es gibt ganz unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten, die sich in der Vergangenheit bereits als sehr wirkungsvoll für Angreifer erwiesen haben.

So kann man z.B. von einem Freund aufgefordert werden, ein Programm herunter zu laden, welches zwar in gewisser Weise irgendeinen Sinn erfüllt, hauptsächlich jedoch einen Virus im eigenen System einquartiert. Viele dieser Angriffsmöglichkeiten gab' es auch früher schon - als man noch AIM, ICQ, YIM und Jabber verwendete.

Fazit zu Viren auf Facebook

Gleichwohl Viren auf Facebook hauptsächlich als nervige Angelegenheit empfunden werden, können sie hohen Schaden anrichten. Unter Umständen bekommt der Virus Zugriff auf die eigenen Daten, die von Freunden, Interessen, Orte an denen man gewesen ist, eigene Fotos etc. Was wir heute auf Facebook mit Clickjacking und anderen Unannehmlichkeiten erleben stellt erst den Anfang einer Reihe sehr ausgereifter Social Network Viren dar. Wer sich an die obigen Regeln hält und mit allen Facebook Fanpages und besonders Facebook Anwendung sehr vorsichtig umgeht sowie sich regelmäßig bei Anti-Virus Anbietern Informationen beschafft, verschafft sich einen gewissen Schutz durch Informationsvorsprung. Mehr ist derzeit leider nicht möglich...

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