21. Jun 2011 08:06
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Vodafone WebSessions unter Linux

Vodafone WebSessions mit Vodafone Mobile Connect Card
Vodafone WebSessions mit Vodafone Mobile Connect Card
Heute war es dann soweit und meine Option GT Max GX0201 PCMCIA HSDPA Karte (welche schöne Aneinanderreihung von Abkürzungen) mit Vodafone Branding und Vodafone SIM-Lock ist gekommen. Die Karte habe ich für einen kleinen Preis bei eBay von einem sehr netten Händler namens "luigano" bekommen (Herzlichen Dank nochmal an den Händler!). Eigentlich hatte ich die dazu passende Vodafone WebSessions SIM Karte auch direkt telefonisch geordert, da allein die SIM-Karte im Vodafone Online Shop nicht verfügbar war. Man sicherte mir bei Vodafone zu, dass die SIM Karte am darauf folgenden Montag bei mir eintrudelt. Ich hatte an einem Freitag bestellt. Nachdem die Vodafone WebSessions SIM Karte montags immer noch nicht da war, rief ich an, um mich zu erkundigen. Abgesehen davon, dass man mich mit Kairo in Ägypten (warum auch immer) verbinden wollte, was nicht klappte, wusste auch Niemand so recht wo die Vodafone WebSessions SIM Karte denn nun ist. Nachdem ich dienstags immer noch keine SIM Karte hatte, sondern lediglich einen Zettel der Firma GLS ohne Auskunft wann und wo die SIM Karte kommt, rief ich kurzerhand beim Paketdienst GLS an und ließ die Lieferung mit der Vodafone WebSessions SIM Karte zurücksenden. Man konnte mir selbst am Telefon nicht sagen, ob und wann man mir die SIM Karte übergeben könnte. Kurzerhand flitzte ich in einen Vodafone Shop (kein Partnershop sondern direkt ein Vodafone Shop) und ließ mir dort von einem netten Herren sofort eine Vodafone WebSessions SIM Karte nach kurzer Erfassung meiner Personalien (Hautfarbe, Religion und Unterhosengröße) aushändigen. Ein wenig kompliziert, aber schlussendlich bin ich ja dann auch noch zu meinem Ziel - der Vodafone WebSessions SIM Karte - gekommen.

Installation der Option GT Max GX0201 unter Linux

ThinkPad z61t mit Option GX0201
ThinkPad z61t mit Option GX0201
Die Installation der Option GT Max GX0201 in Gestalt einer "Vodafone Mobile Connect Card UMTS Broadband" unter Linux - genauer gesagt OpenSUSE 11.4 - war sichtlich einfach. Die WebSessions SIM Karte einschieben, GX0201 in den PCMCIA bzw. PC-Card Slot meines ThinkPad z61t eingeschoben und sofort erkannte OpenSUSE 11.4 auch schon, dass sich dort eine neue PCMCIA Karte befindet. Umgehend wurde ich aufgefordert, die PIN für die SIM Karte einzugeben, was ich auch tat. Wohlgemerkt ohne bis dahin auch nur irgendwelche Software installieren zu müssen. Die beigelegte CD "Vodafone Mobile Connect Software" kann man leider nicht als Rohling verwenden, ich denke als Frisbee ist sie vielleicht geeignet. Erinnert mich ein wenig an die guten alten AOL CDs. Das war es dann nämlich auch schon mit der GX0201 für Vodafone WebSessions Installation unter Linux. Unter Ubuntu, Debian, Fedora und Anderen Linux-Distributionen wird es, soweit ich weiß, genauso einfach sein. Für die Option GT Max GX0201 übernimmt der Treiber bzw. das Kernelmodul "option1" die Kommunikation mit dem Modem bzw. der PC Card. Auf dem Bild kann man sehen, wie die GX0201 Karte fast vollständig im ThinkPad PC Card Slot verschwindet. Genau das war auch der Grund, warum ich mich für diese Vodafone WebSessions PCMCIA Karte entschieden habe. Wer möchte denn schon einen klobigen unhandlichen USB Stick aus seinem Rechner herausragen haben, der auch noch permanent droht abzubrechen. In dieser Kombination stört die Karte nicht und wenn ich am Flughafen oder sonst wo unterwegs bin, kann ich die HSDPA Karte GX0201 einfach im ThinkPad stecken lassen - sehr praktisch!

Konfiguration von Vodafone WebSessions unter Linux

Dass Hardware unter Linux mittlerweile recht einfach funktioniert, wenn man nicht unbedingt ausgefallene Komponenten oder von Herstellern, die Linux nicht mögen oder es egal ist, nimmt, dann hat man eigentlich selten Probleme. Ich wollte mich der Herausforderung stellen die Karte samt Vodafone WebSessions unter Linux zum laufen zu bringen und musste final feststellen, dass die Konfiguration der Vodafone WebSessions unter Linux dermaßen kinderleicht ist, dass es jeder Beschreibung spottet. Wenn man micht einem Rechtsklick auf sein Network Manager Applet im Menü "Verbindungen bearbeiten" auswählt, erhält man eine Übersicht über alle möglichen Verbindungen. Dort gibt es auch einen Reiter "Mobiles Breitband". Dort klickt man einfach auf "Hinzufügen" und dann durchläuft man die folgenden Konfigurationsschritte, die ich hier nur noch als Bilder zeige. Es ist wirklich dermaßen einfach, dass selbst der unerfahrenste Linux Nutzer damit sofort zurecht kommen sollte. Besonders interessant: Die Konfiguration des Network Managers kennt Vodafone WebSessions bereits und trägt direkt den korrekten APN "event.vodafone.de" als Abrechnungsmodus ein. Wer das in seinem Network Manager noch nicht drin hat, sollte einfach einmal ein Update durchführen.

1. Breitbandverbindung einrichten

2. Land auswählen

3. Dienstanbieter auswählen

4. Abrechnungsmodell wählen

Im Anschluss ist man mit diesen vier Schritten auch schon komplett fertig. Mit einem Rechtsklick auf das Network Manager Applet kann man jetzt "Mobiles Breitband" aktivieren und dann genau wie bei WLAN Verbindungen das Vodafone Netz auswählen. Der Network Manager zeigt auch direkt an, ob HSDPA, UMTS, EDGE oder nur GRPS verfügbar ist. Den Entwicklern des Gnome Network Manager ist hier eine unglaublich gute Integration aller Netzwerkschnittstellen gelungen. Ob WLAN, Ethernet, UMTS, HSDPA oder DSL - alle Verbindungsmöglichkeiten sind leicht und einfach zugänglich und konfigurierbar. Es muss keine lästige Software gestartet werden und die Verbindungen sind in sekundenschnelle mit der präferierten Verbindungsmethode (wie z.B. DSL, DOCSIS oder eben UMTS) aufgebaut. Ich kann nicht davon abhalten über dieses kleine und wunderbare Applet des Network Manager Lobeshymnen zu singen. Eine solche Software sucht man unter anderen Betriebssystemen wie Windows oder Mac OSX absolut vergeblich. Bei solchen Dingen und dem Zusammenspiel unterschiedlichster Hardware und Dienstanbieter entfaltet Linux seine Vorteile als offenes und freies Betriebssystem, indem es die Funktionen gruppiert und gemeinsam zur Verfügung stellt ohne dabei Rücksicht auf die Vorlieben der jeweiligen Dienstanbieter nehmen zu müssen.

Verwendung von Vodafone WebSessions unter Linux

Mit einem Klick auf das Network Manager Icon zeigt dieses neben den verfügbaren Kabel und WLAN-Verbindungen auch die mobilen Breitbandverbindungen an. Dort sollte nun auch Vodafone direkt erscheinen. Mit einem Klick auf Vodafone wird man gegebenenfalls nochmals nach seiner PIN gefragt und dann wird die Verbindung auch schon direkt aufgebaut. Anschließend erhält man eine Benachrichtigung, dass die Verbindung über Vodafone WebSessions hergestellt wurde. Öffnet man nun den Browser (in meinem Fall der Firefox), dann bekommt man auch schon folgende Vodafone WebSessions Begrüßungsseite.

Vodafone WebSessions Login

Viele andere Anbieter verlangen schon ab den ersten Bytes oder Minuten direkt nach der Einwahl Gebühren. Bei Vodafone zahlt man erst, wenn man sich für ein bestimmtes Minutenpaket entscheidet. Das finde ich schonmal sehr positiv und zudem kann man mit Vodafone WebSessions kostenfrei auf der Vodafone Website surfen. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn man nur schwache Netzabdeckung hat und einfach mal gucken will, ob die Verbindung akzeptabel funktioniert. Bei meinen ersten Gehversuchen war das zudem insofern hilfreich, dass es mir natürlich Kosten gespart hat. Erfreulicherweise erhielt ich auch 5 Freiminuten, wie oben zu sehen, mit denen ich auch meine Website mal kurz antesten konnte.

Die SIM Karte brachte in Ihrem Paket gleichzeitig auch 3x eine Stunde kostenfrei surfen mit. Die Zahlungsmöglichkeiten sind zudem einsame Spitze. Man ist nicht gezwungen an der Tankstelle oder im Drogerieladen Aufladebons zu kaufen, sondern kann einfach seine Kreditkarte verwenden. Vodafone WebSessions funktioniert genauso wie ein Hotel HotSpot mit dem schönen Vorteil, dass man es in allen Ländern mit Vodafone Netz verwenden kann und nicht örtlich gebunden ist. Im Ausland sind die Preise jedoch leider etwas saftiger, sodass man bei Vodafone ES z.b. auf Mallorca für einen Tag etwa 13,- € zahlt und nur 50 MB verwenden darf. Alles in allem jedoch ein akzeptabler Preis für eine mobile Internetverbindung ich werde bestimmt von Unterwegs noch den ein oder anderen Beitrag hier auf meiner Seite dank Vodafone WebSessions schreiben.

Geschwindigkeit von Vodafone WebSessions unter Linux

Bandbreite von Vodafone HSDPA
Bandbreite von Vodafone HSDPA
Ich habe mich ja nicht für Vodafone WebSessions entschieden, weil mir die Farbe Rot so ungemein gefällt, sondern weil die Netzqualität sehr gut ist, man 7,2 Mbit/s an Bandbreite bekommen kann und 24h mit 3,95€ einen ganzen Euro günstiger sind als bei der Telekom. Gleichzeitig erhoffe ich mir, dass ich mit Vodafone auch eine bessere Netzabdeckung als bei O2 oder der Telekom haben werde - wir werden sehen. Der endgültige Test findet an einem Ort in Hamburg statt, an welchem ich sowohl mit O2 als auch mit der Telekom nur GPRS Empfang habe, gleichwohl beide Netzabdeckungskarten gegenteiliges behaupten. Auch die Vodafone Karte behauptet dort mit HSDPA vertreten zu sein. Zu gegebener Zeit werde ich dazu hier vielleicht noch ein Update anbringen.

Zunächst habe ich jedoch erstmal hier vor Ort zwischen Köln und Bonn die Geschwindigkeit getestet. Dazu habe ich einfach die Vodafone Mobile Connect Software über HSDPA von Vodafone.de mit 4 gleichzeitigen HTTP Verbindungen heruntergeladen. Mittels der netten Software "bmon" habe ich mir dann den Leitungsdurchsatz angeschaut. Einen Screenshot davon ist oben abgebildet. Ich habe mit 42% Verbindungsqualität (lt. Network Manager) gute 276 Kbyte/s durchgeschoben, was in etwa 2,2 Mbit/s entspricht. Die 3,6 Mbit/s sollten also mit vollem Empfang und nicht nur 42% locker erreichbar sein. Dass es hier 7,2 Mbit/s gibt, davon gehe ich erstmal nicht aus. 2,2 Mbit/s sind jetzt auch nicht der Oberkracher, aber im Vergleich zu so einigen Hotel WLANs locker das 5fache. Ich erinnere mich da an ein BT HotSpot in einem Hotel, der mir für schlappe 8,- GBP (Britische Pfund) pro Tag sehr langsame 300 Kbit/s erlaubte. Da ist man mit Vodafone nicht nur günstiger sondern auch bedeutend schneller. Abgesehen davon ist man über Vodafone WebSessions zudem bedeutend sicherer unterwegs als über ein offenes WLAN in einem Cafe.

Fazit zu Vodafone WebSessions unter Linux

Einmal abgesehen von dem Zustellungsmalheur eingangs und der Tatsache, dass ich nicht verstehe, wieso solch heikle Ware mit einem Dienst wie GLS transportiert wird, bietet Vodafone hier mit den Vodafone WebSessions einen sehr hochwertige und dazu noch recht günstige Breitbandverbindung an. 2,2 Mbit/s mit mäßigem Empfang ist eine sehr gute Leistung, verspricht auch in weniger dichten Regionen eine stabile Internenetverbindung und schlägt damit so ziemlich jedes Hotel WLAN und jeden durchschnittlichen HotSpot. Die Preise sind akzeptable und die Umsetzung extrem gut gelungen. Die Tatsache, dass man erst einmal in Ruhe seine Verbindung aufbauen und sich dann für ein Zeitmodell entscheiden kann ist unschlagbar gut. Es funktioniert wie man es von HotSpots gewohnt ist und bietet gleichzeitig noch unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten wie das Prepaid Guthaben, Kreditkarte oder Vodafone Rechnung. Letzteres ist mit Sicherheit spannend für Vodafone Bestandskunden, die einfach noch einen Mobilanschluss für das Notebook haben wollen.

Vodafone WebSessions Zeitangabe
Vodafone WebSessions Zeitangabe
Dass man auf Vodafone.de erst einmal kostenlos surfen und damit die Geschwindigkeit testen kann, ist dann sozusagen noch das Sahnehäubchen. Alles in Allem ist das sehr empfehlenswert und gegenüber der Konkurrenz mit den Zahlungsmöglichkeiten und dem transparenten Abrechnungsmodell super. Lediglich vom USB Surf Stick rate ich ab, da dieser nur 3,6 Mbit/s erreicht. Meine Option GT Max GX0201 mit Vodafone 2.5.3Hd Firmware hingegen erzielt 7,2 Mbit/s - genauso wie jene GX0201 Karten, die von O2 ausgegeben wurden. Die Telekom GX0201 Karten erreichen leider nur 3,6 Mbit/s, da die Telekom es im Gegensatz zu Vodafone nicht für nötig befunden hat ein entsprechendes Update bereit zu stellen. Ein Grund mehr, warum ich mich für Vodafone entschieden habe.

Wer wie ich eine extrem schnelles und zuverlässiges Breitbandnetz auch Unterwegs benötigt, jedoch nicht jeden Tag auf Achse ist, dem kann ich Vodafone WebSessions unter Linux nur wärmstens empfehlen. Preis-Leistung stimmt und die Netzqualität sowie die Netzabdeckung sind hervorragend. Für 19,99 € pro SIM-Karte und 3,95€ pro Tag ein sehr guter und vor allem sicherer Ersatz für WLAN HotSpots. Meine Empfehlung: einfach mal zuschlagen und ausprobieren. Vertragsbindung gibt es ja nicht und selbst das Ausprobieren ist schon in den 19,99€ mit drin. Sehr gelungen, Vodafone!

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