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« Was ist Windows Server? »

(06.10.2011 20:15)

Windows Server RackStellen wir uns heute einmal die Frage, was eigentlich ein "Windows Server" ist? Viele haben es vielleicht hier und dort schon einmal gelesen und sich gefragt, was das wohl für eine Windows Version ist und wozu man diese braucht. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine spezielle Windows Version, die in Netzwerkumgebungen als sog. Server eingesetzt wird.

D.h. diese Windows Version besitzt Funktionen, damit mehrere Windows Clients - also Endanwender-Computer im Netzwerk - zentral Dateien abspeichern oder auf Drucker zugreifen können. Mit der sog. Domäne kann der Windows Server sogar zentral Benutzernamen und Passwörter verwalten.

Warum gibt es eine Windows Server Version?

Windows Server mit Active DirectoryMicrosoft hatte sich mit Windows seit Version 3.11 bei Geschäftskunden sehr beliebt gemacht. Im Jahre 1993 erschien dann auch die Windows Version NT 3.1, welche im Vergleich zu Windows 3.11 auch erstmals mit einer Server Version erschien. Während Unternehmen mit Windows 3.11 für Workgroups noch Dateien von den einzelnen Rechnern aus mühsam miteinander über Netzwerke tauschen mussten oder gar Disketten verwendeten, bot Windows Server die Möglichkeiten Dateien zentral zu speichern.

Windows NT ServerWindows Server war aber nicht die einzige Möglichkeit PCs miteinander zu vernetzen. Bereits Seit den 1980er Jahren bot die Firma Novell mit Ihrer Software Novell NetWare die Möglichkeit eben dies zu tun und Ressourcen wie Drucker oder Dateien über das Netzwerk gemeinsam zu nutzen. Auch nach dem Erscheinen von Windows Server blieb Novell NetWare sehr beliebt, da es z.B. eine viel umfangreichere Rechteverwaltung besaß und auch beim Dateiaustausch durch höhere Datenraten überzeugen konnte - insbesondere bei Verwendung des IPX/SPX Protokolls.

Gegenüber einigen Konkurrenzlösungen besaß Microsoft im Serverbereich den Vorteil, dass man zumindest bei sog. "Arbeitsgruppen" oder in Unternehmensnetzwerken auf den Client-PCs (also den einzelnen Arbeitsrechnern) mit Windows 3.11, später NT4 und mittlerweile Windows 7 bereits die Hoheit und volle Kontrolle hatte. Man konnte auf den Arbeitsplätzen "Schranken" unterbringen, die es Konkurrenten im Servermarkt nahezu unmöglich machten, Konkurrenzprodukte zu Windows Server für Windows Clientsysteme herauszubringen.

Windows 311 DateifreigabeEin Beispiel hierfür stellt das Samba-Projekt dar. Die Entwickler dieses Projektes hatten es sich ab 1992 zur Aufgabe gemacht, die Möglichkeit der Dateifreigabe unter Windows auch unter anderen Betriebssystemen wie diversen Unix-Varianten anzubieten. Das Freigeben von Dateien und Druckern über Netzwerke war Anfang der 1990er Jahre keine Neuerung mehr. Die Tatsache jedoch, dass Microsoft ein eigenes Netzwerkprotokoll hierfür verwendete, schloss grundsätzlich fremdartige Betriebssysteme aus. Die Entwickler des Samba-Projekts erhielten erst 2007 durch Anordnung der EU Kommission Zugriff auf die Spezifikation der Netzwerkprotokolle. Zuvor mussten sie diese durch sog. "Reverse Engineering" sehr aufwendig analysieren.

Windows Server im Internetzeitalter

Netscape Enterprise ServerAls sich um 1994/95 das World Wide Web - also das Internet, wie es die meisten heute verstehen - verbreitete, wollte auch Microsoft in diesem lukrativen Zukunftsmarkt als Anbieter von Serversoftware für das World Wide Web teilnehmen und stattete seine Windows Server mit einer Software namens "Microsoft Internet Information Server" aus. Zu dieser Zeit war der Netscape Enterprise Server bereits eine weit verbreitete Alternative. Da das World Wide Web zudem auf offenen Standards wie HTML, CSS oder JavaScript basiert war es Microsoft nicht möglich hier Vorteile als Betriebssystemlieferant auszunutzen. Zudem tat Microsoft sich bis zuletzt sehr schwer die Standards wie HTML und CSS vollständig und ordnungsgemäß einzuhalten. Netscape hatte bei der Entwicklung der Standards immer mitgewirkt und damit auch selbst neue Funktionen im eigenen Browser zuerst veröffentlichen können.

Zudem hatte Microsoft im Browsermarkt starke Konkurrenz durch den sog. Netscape Navigator. Der eigene Microsoft Internet Explorer in der damaligen Version 3 und 4 konnten mit ihrem Funktionsumfang einfach nicht mit der Konkurrenz von Netscape - dem Netscape Communicator - mithalten. Netscape spielte hier gegen Microsoft eben jene Vorteile aus, die Microsoft bisher gegen Konkurrenten verwendete. Man entwickelte für den Netscape Navigator Funktionen, die zwingend einen Netscape Enterprise Server erforderlich machten.

Webserver MarktanteileNach der Übernahme von Netscape durch AOL wurde der Browser langsam eingestellt und als Open Source Projekt mit dem Namen Mozilla weiterentwickelt. Der Heute sehr bekannte Firefox basiert historisch auf dem damaligen Netscape Communicator gleichwohl er keinerlei Codebestandteile von Netscape mehr besitzt.

Auch der Netscape Enterprise Server bzw. dessen Webserver-Bestandteil existiert heute kaum mehr. Stattdessen erfreut sich der Apache Webserver, welcher auf einem der ersten Webserver - dem NCSA HTTPd - basierte, großer Beliebtheit. Der Apache Webserver zeichnet sich im Vergleich zu den Internet Information Services - wie der Internet Information Server vom Windows Server heute heißt - durch eine höhere Modularität, längere Laufzeit und geringer Kosten aus. Es gibt für den Apache Server zudem eine ganze Reihe Module, mit welchen man diesen erweitern kann, welche Microsoft in dieser Art nicht anbieten kann (z.B. Caching, URL Rewriting, Proxying, integrierte NoSQL Datenbank etc.).

Linux als kostengünstigeres und leistungsfähigeres Serversystem

Anfang der 90er Jahre entwickelte der junge Studen Linus Torvalds das Betriebssystem Linux, welches in seiner Anwendung sowie Art und Weise sehr der Familie der Unix-Systeme glich. Gleichwohl Linux zwar von Anfang an und auch heute noch eher ein Betriebssystem für technisch versierte Nutzer ist, so hat es sich auf dem Servermarkt - insbesondere durch das Internet in Verbindung mit dem Apache Webserver - durchgesetzt. Die häufigste Konfiguration, die man auf sog. Webservern heute findet ist Linux, Apache, MySQL und PHP (die sog. LAMP Konfiguration).

Linux ShellMicrosoft versucht hier durch eine bessere Integration der sehr beliebten Programmiersprache PHP, die heutzutage häufig für Webanwendungen eingesetzt wird, mehr Marktanteile zu gewinnen. Gegenüber dem Windows Server ist Linux jedoch kostenfrei und bietet damit neben den Leistungsvorteilen auch einen klaren Kostenvorteil.

Der Windows Server ist in der Vergangeheit auch häufig durch Sicherheitslücken negativ aufgefallen und stellte damit für die ihn einsetztende Organisation ein gewisses Sicherheitsrisiko dar. Zudem war es beim Windows Server bis zur Version 2008 im Gegensatz zu Unix und Linux nicht möglich, diesen ohne grafische Benutzeroberfläche zu installieren. Selbst bei Version 2008 R2 sind nicht alle Konfigurationsmöglichkeiten ohne grafische Benutzeroberfläche möglich. Die Notwendigkeit einer grafischen Benutzeroberfläche wirkt sich zusätzlich negativ auf die Leistung des Systems aus, da hier Rechenressourcen für die Bereitstellung dieser Oberfläche verschwendet werden müssen. Linux Server setzten hingegen primär auf eine textbasierte Verwaltung - die sog. Konsole oder Shell.

Warum verwendet man Windows Server?

Für die Verwendung von Windows Server gibt es gleich mehrere Gründe. Zum Einen wird Windows Server sehr häufig in Netzwerkumgebungen eingesetzt, die homogen aus Windows Clients - vornehmlich für die Verwendung von Microsoft Office und unternehmensspezifischer Software - besteht. Die Administratoren dieser Windows Server sind meist speziell und/oder ausschließlich auf die Konfiguration und Wartung von Windows Server innerhalb geschützter Unternehmensnetzwerke geschult und ausgebildet.

Microsoft SQL Server ManagementDes Weiteren verwenden viele Unternehmen auch Microsoft SQL Server als Datenbanklösung zur Speicherung unternehmensinterner Daten (z.B. im Berichtswesen), welcher ausschließlich in Verbindung mit Windows Server funktioniert. Im Vergleich zur Konkurrenz von Oracle ist der Microsoft SQL Server etwas günstiger. Mit MySQL bietet Oracle jedoch noch eine sehr leistungsstarke kostenfreie Datenbank an, die sowohl unter Linux als auch unter Windows Server funktioniert.

Einige Administratoren bevorzugen bei Windows Server zudem die grafische Benutzeroberfläche, da man hier nicht gezwungen ist - wie bei Unix und Linux - eine Reihe von Befehlen zu kennen. Zudem ist es  für Einsteiger in die Welt der Systemadministration bedeutend einfacher einen Windows Server zu verwalten als einen Linux Server, da sie Ersteren bereits von Ihrem Heim oder Arbeitsplatz-PC gewohnt sind. Der Windows Server ist, genau wie Windows für Arbeitsplätze oder Heim PCs, im Gegensatz zu Unix und Linux primär darauf ausgelegt mit Maus und Tastatur gesteuert zu werden. Linux und Unix Systeme ist primär darauf ausgelegt ausschließlich mit Tastatur oder per Netzwerk gesteuert zu werden. Es bestehen unter Linux kaum grafische Oberfläche für die Administration von Serverdiensten, da es auch nicht üblich ist Linux auf Servern mit grafischer Oberfläche zu installieren.

Häufig kommt es bei Unternehmen, die im Backoffice bzw. für die Abwicklung im Hintergrund bereits Windows Server oder andere Microsoft Produkte einsetzen, zu einem sogenannten "Vendor Lock-In" (Unüberwindbare Lieferantenabhängigkeit zum primären Softwareausrüster). Setzt ein Unternehmen z.B. als Warenwirtschaftssystem eine Software ein, die ausschließlich auf Microsoft Technik basiert (wie z.B. Microsoft SQL Server oder Microsoft Dynamics CRM), so kann es sein, dass eine Anbindung dieses Systems an andere Anwendungen wie z.B. eine Website nur noch mit Software auf Microsoft Systemen wie dem Windows Server möglich ist. Hierbei ist das Unternehmen dann aufgrund der Abhängigkeit gezwungen in bestimmten Teilbereichen Windows Server einzusetzen, gleichwohl dies wirtschaftlich als auch technisch nicht zwangsläufig der effizienteste Weg ist.

Fazit zum Windows Server

Windows Server eignet sich prima, um Windows Clients in mittleren bis größeren Unternehmensnetzwerken zu verwalten und gemeinsam zu arbeiten. Er eignet sich nur bedingt für den Betrieb von Websites, da viele mitterweile essentielle Module (wie URL Rewriting, Caching, Proxying etc.) und deren Konfigurationsmöglichkeiten fehlen. Hier sollte primär auf Linux mit Apache statt auf Windows mit IIS zurück gegriffen werden. Insbesondere in High Performance und High Speed Bereichen ist Windows Server gar nicht zu finden wie z.B. beim HFT (High Frequency Trading bzw. hochfrequenter Börsenhandel). Des Weiteren ist Windows Server nicht für Umgebungen geeignet, die eine maximale Ausfallsicherheit und maximale Laufleistung erzielen müssen, da es auch bei Windows Server häufig notwendig ist für System-Updates das gesamte Betriebssystem oder gar den Server bzw. die Instanz neu zu starten.

Abschließend kann ich persönlich nur empfehlen, dass ein Jeder vor dem vorschnellen Einsatz von Windows Server mit einem Profi spricht, der beide Systeme für das entsprechende Anwendungsgebiet In- und Auswendig kennt und eine neutrale und nüchterne Bewertung durchführen kann. Ein Windows Server kann sehr schnell zur Kostenfalle werden oder nicht zufrieden stellende Ergebnisse liefern. Mit einem Linux Server können aber auch insbesondere Nutzer, die mit Unix und Linux nicht vertraut sind, sehr schnell scheitern.

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