19. Aug 2016 08:08
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WLAN mit mehreren Access Points und OpenWrt

OpenWrt mit mehreren Access Points
OpenWrt mit mehreren Access Points
Da ich kürzlich umgezogen bin, musste auch mein WLAN-Netzwerk neu ausgerichtet und installiert werden. Glücklicherweise ist das Haus in jedem Zimmer mit einer RJ45-Dose ausgestattet, sodass WLAN-Repeater und aufwendige Kabelverlegung entfällt. Meine Konfiguration gestaltet sich nun so, dass ich einen primären Router (TP-Link WR1043ND) mit dem Modem betreibe und einen sekundären Router (Linksys EA4500) als reinen Access Point mit Bridge in das eigentliche Netzwerk.

Grundlagen verteilter WLAN-Netzwerke

Es gibt drei Möglichkeiten ein verteiltes WLAN-Netzwerk mit Kabelnetz bzw. Ethernet-Verbindung als Rückleitung zu betreiben. Nachfolgend führe ich die einzelnen Möglichkeiten einmal auf.

  • Access Points mit unterschiedlichen SSIDs: hierbei muss man aktiv den WLAN Access Point auswählen oder warten bis das eigene Gerät die Verbindung verliert und sich automatisch mit dem anderen Netz verbindet
  • APs mit der gleichen SSID auf unterschiedlichen Kanälen: hierbei kann das eigene Gerät schneller wechseln und verwendet immer den AP mit der besten Empfangsqualität. Das funktioniert bei Notebooks und iOS Geräten sehr gut, bei Android hatte ich ein paar Unannehmlichkeiten, wie ich nachfolgend berichten werde
  • APs mit gleicher SSID, MAC-Adresse und Kanal: die Königslösung, jedoch nicht mit OpenWrt, da hier nur proprietäre Lösungen von Cisco etc. mit deren Hardware funktionieren. Es ist gleichsam auch die teurste Lösung

Zweitere Lösung ist für den Heimbedarf und auch für kleine Büros und kleine Geldbeutel die Ideallösung. Nachfolgend werde ich Erläutern, wie man den zweiten Access Point mit OpenWrt so konfiguriert, dass er sich nahtlos in das bestehende Netzwerk integrieren lässt.

Konfiguration von OpenWrt für mehrere Access Points

Die Konfiguration in OpenWrt ist so angelegt, dass der zweite AP seine IP-Adresse fest eingestellt hat (falls DHCP einmal ausfällt). Den WAN-Port des zweiten Access Points lasse ich ungenutzt. Das LAN-Kabel zum ersten Router muss also an einen LAN-Port des Zweiten und nicht an den WAN-Port. Die Konfiguration unter "/etc/config/network" sieht dann wie folgt aus.

Man kann auf bestimmten Plattformen durch das Ändern der VLAN Einstellungen durchaus auch den WAN-Port mit benutzen. Der Einfachheit halber lasse ich ihn aber einfach ungenutzt. Wichtig ist zudem, dass "dnsmasq" für DNS und DHCP auf dem zweiten Gerät abgeschaltet wird. DHCP und DNS übernimmt ja der primäre Access Point bzw. Router. Das tun wir ganz einfach mit den folgenden Befehlen.

Mit stop halten wir "dnsmasq" erstmal an und mit disable sorgen wir dafür, dass auch beim Neustart des Access Point der Dienst nicht wieder aktiviert wird. Damit sind wir mit der Konfiguration auch schon durch. Die WLAN Konfiguration muss natürlich der Konfiguration des ersten Access Points gleichen, jedoch einen anderen Funkkanal verwenden. Das führe ich jetzt hier nicht nochmal separat auf.

WLAN Roaming unter Android aktivieren

Bedauerlicherweise verfügt Android bis einschließlich Version 6 nicht über brauchbare Roaming-Funktionen. Diese sind in den Entwickler-Optionen versteckt. Das iPhone hingegen wird in der Konfiguration, genauso wie mein ThinkPad x230, einwandfrei von Access Point zu Access Point wechseln. Mit Android-Geräten muss man wie folgt vorgehen.

  1. Die "Entwickleroptionen" aktivieren (Anleitung für Entwickleroptionen)
  2. "WLAN-Roamingsuchen immer zulassen" aktivieren

Es gibt auch diverse Drittanbieter-Apps, die das Problem lösen. Man sollte diese aber nur als Notnagel einsetzen und primär die Option in Android aktivieren. Die Aktivierung der Roaming-Suche unter Android ist auch manchmal etwas nervig, da es durchaus zu sehr häufigen Wechseln kommen kann. Man sollte hier einfach etwas durchprobieren.

Abschließende Betrachtung des WLAN Roamings

Viele Nutzer greifen immer gerne gleich direkt zu Repeatern. Das sollte man jedoch vermeiden, sofern man die Möglichkeit hat kabelgebunden mehrere Router einzusetzen. Repeater drosseln grundsätzlich den Durchsatz im Funknetz und führen zu unschönen Nebeneffekten. Den Nachteil des Roamings hat man jedoch auch beim Repeater. Wer eine konstant gute und schnelle Funkverbindung möche, sollte so weit es geht immer auf ein Kabelnetz im Rücken setzen.

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