25. May 2018 08:05
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Windows Subsystem for Linux

Das Programmieren von Websites und anderen Webanwendungen unter Windows 10 hatte bisher gewisse Schwierigkeiten mit sich gebracht. Entweder musste man Kompatibilitätsprobleme zwischen Ubuntu, Suse und Windows ausgleichen oder mit einer virtuellen Maschine arbeiten. Das alles ist seit Windows 10 passé, denn jetzt gibt es das Windows Subsystem for Linux. Damit lässt sich z.B. Ubuntu, Git, PHP, MySQL, Memcache und viele andere unter Windows installieren wie eine normale Windows-Anwendung.

Windows Subsystem For Linux

Wozu man das Windows Subsystem for Linux kurz WSL braucht

Das Subsystem for Linux kurz WSL ist eine Schnittstelle zwischen dem Windows-Kernel und Linux. Es wurde von Microsoft in Zusammenarbeit mit Canonical, dem Entwickler von Ubuntu-Linux, entwickelt und ermöglicht die Ausführung von Linux-Applikationen. Wohl gemerkt jedoch nicht direkt von Linux-Applikationen mit grafischer Benutzeroberfläche. Das WSL ist zudem auch nur unter 64 Bit Windows-Systemen verfügbar. Das bedeutet im Endeffekt, dass das WSL sich primär für die Programmierung mit Apache und PHP oder NodeJs, Java mit Tomcat und Änhlichem eignet. Wer unter Windows die bash schmerzlich vermisst und auf ein paar eigene Shell-Skripte nicht verzichten kann oder ausschließlich E-Mails mit mutt und IRC mit irssi macht, findet in dem WSL ebenfalls einen guten Freund. Für Linux-Einsteiger, die gerne erst einmal ohne große Hürden anfangen möchten, finde ich das Windows Subsystem for Linux ebenfalls sehr gut geeignet. Es bringt zwar keinen X-Server und keine hüsche Oberfläche mit, erlaubt aber sofort mit Befehlen und der Konsole einzusteigen.

WSL im Microsoft Store

Installation des Windows Subsystem For Linux unter Windows 10

Mit WSL findet man wohl die einfachste Linux-Installation, die man sich vorstellen kann. Über "Programme und Features" muss man zunächst das "Windows Subsystem For Linux" aktivieren und somit installieren. Anschließend kann man über den Microsoft Store diverse Linux-Distributionen (Ubuntu, openSUSE, Debian etc.) installieren. Nach der Installation erscheint die Distribution wie ein installiertes Programm. Nach Klick öffnet sich umgehend ein Terminal-Fenster mit der Bash auf dem jeweiligen System.

PHP mit Apache, MySQL und Memcache auf dem WSL

Diese Website hier wurde in PHP mit MySQL, Memcache und Apache auf Ubuntu unter dem WSL programmiert. Ebenfalls kann natürlich auch Git verwendet werden. Die Installation erfolgt mit dem WSL genauso wie bei jedem anderen Ubuntu auch. Wer also die ein oder andere Schwierigkeit hat, findet in den offiziellen Hilfen von Ubuntu genauso gut Hilfe wie mit einem voll installierten Ubuntu-System. Etwaige Firewall-Konfigurationen sind ebenfalls nicht notwendig. Hat man einen Terminal mit Ubuntu gestartet, kann man problemlos auch parallel Terminals starten. Schließt man jedoch alle Terminals mit Ubuntu, ist das Linux im Hintergrund nicht mehr verfügbar und auch die Dienste sind dann nicht mehr erreichbar. Das bedeutet konkret: wer mit Apache und PHP entwickelt, sollte parallel immer einen Terminal offen haben, sonst läuft der Dienst nicht.

Zugriff auf das Windows-Dateisystem mit dem WSL

Standardmäßig sind alle Laufwerke (bei mir C: und E:) unter "/mnt" automatisch eingehangen. Es wird dringend davon abgeraten mit dem Windows Explorer direkt im Dateisystem des WSL in "AppData" herum zu operieren, da dies das System beschädigen kann. Ich habe deswegen den Apache so konfiguriert, dass er mit einem VirtualHost auf das C-Laufwerk mit dem Ordner, der meine Code-Dateien beinhaltet, zugreift. Git und Dergleichen funktioniert ebenso recht einfach.

Warum das Windows Subsystem for Linux wirklich gut ist

Abgesehen von GUI-Anwendungen, für die man einen X-Server wie Xming benötigt, bringt das WSL wirklich alles mit. Es ist zwar komplett ungeeignet für den produktiven Serverbetrieb, aber für die Entwicklung ist es genial. Insbesondere für Nutzer, die parallel z.B. die Adobe Creative Cloud nutzen oder einfach auf Windows 10 bestehen, bietet das WSL dem Entwicklerherz alles, was man braucht. Selbst für kleine Software wie irssi oder einfach ssh ist das WSL wirklich gut und bietet somit auch Administratoren eine gute Arbeitsumgebung. Insbesondere solchen, die viel mit Windows und Unix-Systemen parallel arbeiten müssen. Das Windows Subsystem for Linux ist damit für mich ein absolutes Muss und hiermit kann ich Microsoft nur ein großes Lob für diese wirklich gelunge Software aussprechen.

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